SPD setzt ganz auf Jugendamt
admin | Dienstag, Juni 1st, 2010 | 1 Comment »SPD setzt ganz auf Jugendamt
VON LUDGER PETERS RP Online – zuletzt aktualisiert: 27.05.2010
Nettetal (RP) Die Fraktion sieht sich 25 Jahre nach ersten Forderungen bald am Ziel. Die unmittelbare Nähe und der Aufbau eines eng gewirkten Netzwerks gelten als besondere Vorteile. Die Fraktion wirbt schon um motivierte Mitarbeiter.
Die SPD-Fraktion im Nettetaler Stadtrat hätte lieber heute als morgen ein städtisches Jugendamt. Fraktionsvorsitzender Christian Schürmann erklärte gestern im Gespräch mit der RP: “Wir sind heilfroh, dass wir diesem Ziel nach 25 Jahren jetzt sehr nahe sind.” Die SPD reklamiert für sich, Mitte der 1980er-Jahre die ersten Forderungen nach einer städtisch organisierten und gesteuerten Jugendarbeit gestellt zu haben.
Seit fast fünf Jahren wird das Thema in der Stadt beraten. Bürgermeister Christian Wagner setzte es gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf die Agenda, musste aber bisher zahlreiche Hürden nehmen. Alle umfangreichen Vorlagen und Untersuchungen kamen nie bis zur endgültigen Abstimmung. Zuletzt stellte der Rat die Entscheidung unter Finanzierungsvorbehalt.
Das meint die SPD
Bürgerschaft Nach Beobachtungen der SPD gibt es in der Nettetaler Bürgerschaft zurzeit eine klare Stimmung für das städtische Jugendamt.
Standortvorteil Nach Auffassung der SPD kann eine funktionierende städtische Jugendarbeit Probleme verringern. Das werde ein zusätzlicher Anreiz für ansiedlungswillige Unternehmen sein.
Entlastende Wirkung
“Das ist nach unserer Auffassung bereits zu kurz gesprungen. Denn das Jugendamt wird in städtischer Regie nicht teurer”, meint Schürmann. Die SPD-Fraktion hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Parteivorsitzenden Claudia Schürmann gebildet, die sich intensiv mit Folgen und Chancen beschäftigt hat. “Anfangs könnte das Jugendamt tatsächlich mehr Geld kosten. Aber mittelfristig wird es bei vernünftiger Umsetzung vielleicht sogar günstiger werden”, erwartet Fraktionschef Christian Schürmann. Die SPD erwarte beispielsweise eher entlastende Wirkung durch intensive Präventionsarbeit. Schon mit der Geburt eines Kindes müsse ein Nettetaler Jugendamt sofort die Eltern aufsuchen, aber nicht kontrollierend, sondern beratend – und zwar alle Familien. “In Skandinavien erhält sogar die Königsfamilie bei einer Geburt den Besuch des Jugendamtes”, schmunzelt Schürmann. Auf diese Weise könnten Hemmschwellen abgebaut und erste Fragen bereits aufgenommen und beantwortet werden.
Das Nettetaler Jugendamt müsse als Dienstleister für Familien aufgebaut werden. Insofern bescheinigt die SPD-Fraktion der Verwaltung gute Vorarbeit mit den bisher gelieferten Unterlagen. “Da auch 21 Mitarbeiter nicht überall sein können, ist ein dicht gewirktes Netzwerk umso wichtiger, auf das im Bedarfsfall sofort zurückgegriffen werden kann”, erläutert Schürmann.
Dass Mitarbeiter im Kreisjugendamt die Entwicklung eher widerwillig verfolgen, ist der SPD klar. “Aber auch in Nettetal wird Jugendamtsarbeit gemacht. Sie wird dann von Nettetaler Politik bestimmt. Wir möchten alle einladen, ihre Erfahrung und ihre Verbundenheit mit der Region einzubringen.”


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